wehr.krieg.macht...
von Heiko Dietz

mit Judith Toth, Karl Oliver Mayer, Alexander Wesselsky, Heiko Dietz

Standing Ovations bei der Premiere!
"wehr.krieg.macht... ist eine friedenshetzerische Parabel!" AZ

"...spannend." "...brutal-realistisch..." TZ

"Heiko Dietz, Theaterdirektor, Autor, Regisseur und Schauspieler in Personalunion, fährt in seinem neuesten Stück 'wehr.krieg.macht...' alles auf, was serienmäßig zum klassischen Katastrophengenre gehört (...). Dennoch geht das ungewöhnliche Konzept 'Breitwandaction auf der Minibühne' tatsächlich auf - vor allem dank der überzeugenden Akteure, allen voran Alexander Wesselsky als routinierter Offizier, dem allmählich Zweifel am Sinn seiner Mission kommen.
Übrig bleiben, nachdem sich die Fanatiker beider Seiten effektvoll niedergemetzelt haben, die Fragenden - und die Fragen." SZ



Krieg als Ausgangssituation! Der Eine gegen den Anderen. Warum?
Überzeugungen. Pflichtgefühl. Glaube.
Wer Krieg macht
hat seine Gründe...
Zwei Seiten. Vier Personen. Unentschieden!
Zwei Seiten. Halt! Einer fügt sich nicht.
Will sich nicht für den Einen oder die Andern entscheiden.
Kann sich nicht für die eine oder die andere Seite entscheiden.
Was nun? Da ist Einer, der nicht weiß wohin und zu wem er gehört.
Gedächtnisverlust. Traumabedingt.
Drei Seiten? Nicht realisierbar!
Er gehörte einer von zwei Seiten an... Welcher?
Wer hat die Macht?
Zwei, die mit einem von ihnen überzeugten Dritten in der Überzahl wären? Oder die Person, welche die Biographie des "Außenseiters" zu kennen scheint, aber keine Erinnerungen in dessen Kopf erzeugen kann. Doch dadurch zumindest wieder ein "Unentschieden" erreichen könnte.
Oder ist es gar der "Mann ohne Vergangenheit" selbst, der sich aufgrund seiner "Neutralität" frei entscheiden kann, da er "Für und Wider" unvorbelastet abwägen kann?
Wie lange kann man in einer Extremsituation wertfrei bleiben?

Hintergrund zur Idee zu diesem Stück: Im Frühjahr 2001 erleidet ein britischer Soldat während eines Manövers einen schweren Unfall. Die körperlichen Schäden verheilen relativ schnell.
Doch bis zum heutigen Tag leidet die Person unter dem Verlust seines autobiographischen Gedächtnisses.
Vom einen auf den anderen Moment kann er sich nicht mehr an die Dinge erinnern, die ihn persönlich betreffen, obwohl sie ihn doch 35 Jahre lang begleitet und geprägt haben.
Eigenheiten, Vorlieben, Begabungen Neigungen, Einstellungen. Nichts.
Alles weg.
Empfindungen wie Trauer, Glück, Hass und Liebe müssen neu definiert werden.
Man muss ihn aufklären, wer er ist. Selbst seine Frau, seine Freunde, Kameraden, ja gar seine Eltern kennt er nicht mehr. Und bis zum heutigen Tag ist er auf die Aussagen jener Personen, die ihn tagtäglich umgeben und ihm doch so fremd sind, angewiesen, will er einen Blick in seine Vergangenheit werfen.

Wie erlangt man Neutralität? Was ist die Idealvoraussetzung? Wie reinigt man seine Gedanken? Gibt es einen autoaktiven Prozess? Was löst die eigene Entscheidungsfindung aus, wenn man keine Autobiographie hat? Ab wann setzt Angst ein, wenn der Kopf ihre Definition nicht kennt? Wie empfindet man Liebe, wenn man sie nie erlebt hat oder das Gehirn sich einfach nicht mehr daran erinnert?
Der gesunde Körper/Verstand/Geist tut was er tut.
Aus freien Stücken, aus Pflichtgefühl, aus einer Not heraus, aus Achtung, aus Vorsicht, aus Rücksicht... letztlich immer mit einem Bewusstsein und mit dem Wissen um das Warum. Sogar, wenn wir manchmal "nicht wissen, warum"?

Mit "wehr.krieg.macht..." präsentiert Heiko Dietz nach "Schön ist's auf Mallorca" und "Adams Nabel" sein drittes Stück.