
Mit sechs Romanen und sieben Kinder- und Jugendbüchern fand Miro Gavran auch als Erzähler große Resonanz bei Kritik wie Lesern. Sein Roman „Judita“ (2001) wurde für den International Impac Dublin Literary Award 2003 nominiert. „Sretni Dani“ (1994), die amüsante und warmherzig erzählte Geschichte über zwei elfjährige Klassenkameraden, die sich eine „richtige“ Familie wünschen und mit kleinen Tricks eine Liebesbeziehung zwischen ihren alleinlebenden Eltern stiften, wurde 1995 mit dem Mato Lovrak-Preis prämiert. 1996 erschien Gavrans Kurzroman für Jugendliche „Pokušaj zaboraviti“ über die siebzehnjährige Anita, die mit ihren Eltern nach Zagreb umzieht, um Abstand von einer Vergewaltigung zu gewinnen. Die stille Hoffnung, das Geschehene vergessen zu machen, wird zunächst enttäuscht. Die Begegnung mit ihrem neuen Klassenkameraden Daniel beginnt ihr Leben jedoch abermals zu verändern. Gavran spiegelt das Seelenleben seiner jugendlichen Protagonisten auf ganz ungewöhnliche Art und Weise: Während Daniel Briefe an seinen besten Freund schreibt und darin seine Zuneigung zu Anita preisgibt, hält Anita ihre wechselnden Gefühle in ihrem Tagebuch fest. Unter dem Titel „Der vergessene Sohn oder der Engel von Omorina“ wird 2004 Gavrans Roman „Zaboravljeni sin“ (1989) erscheinen. Lebendig und bewegend erzählt er darin die Geschichte des lernbehinderten Mislav, der nach Jahren im Heim zu seiner Familie zurückkehrt. In Form von Tagebuchnotizen berichtet der Zwanzigjährige von der anfänglichen Scham seiner Eltern und Geschwister, den Vorurteilen seiner Umgebung und der liebevollen Zuneigung zu einer jungen Frau. „Zaboravljeni sin“ wurde als Jugendbuch auf die IBBY-Honour-List 2002 aufgenommen.
Miro Gavrans Werk wurde in siebzehn Sprachen übersetzt und u. a. mit dem Central European Time International Literary Award als Best Central European Writer of the Year (1999) ausgezeichnet. Mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Mladena Gavran, gründete der Autor im Herbst 2002 das GAVRAN Theater in Zagreb, wo er auch lebt.


Wie
man den Präsidenten tötet
von Miro Gavran
"Best
Central European Writer of the Year 1999"
Deutschsprachige
Erstaufführung!
mit Daniela Nering, Sandra Lehmann, Johannes
Haag, David Scholz
Regie/Bühne/Licht: Heiko Dietz
Assistenz: Heinz Konrad
Igor kehrt nach einem neunjährigen Aufenthalt in der westlichen Welt
mit seiner Verlobten Maria in sein Heimatland zurück. Fest entschlossen,
der Globalisierungspolitik die Stirn zu bieten und den Kampf für eine
bessere Welt aufzunehmen, hofft er hier auf die Unterstützung seines
Bruders Robert. Doch vieles hat sich verändert. Robert ist heute angesehener
Professor und Leiter des Soziologischen Institutes. Vater von zwei hinreißenden
Kindern und glücklich verheiratet mit Stella.
Miro Gavran lässt in seinem packenden Theaterstück „Wie man
den Präsidenten tötet“ Personen aufeinander prallen, die sich
menschlich so nah und vertraut sind, ideologisch verschiedener nicht sein
können.
Und doch verbindet beide Seiten eine Gemeinsamkeit: Radikalität!
Wo zieht man die Grenzen, wenn die eigenen vier Wände zum Schlachtfeld
für jene „schöne neue Welt“ werden? Heiligt der Zweck
die Mittel?
Premiere: 7. August 2006
weitere Vorstellungen:
8./9./14./15. + 16. August 2006
jeweils 20.30 Uhr
Eine Ko-Produktion
des theater ... und so fort
mit dem S'ensemble
Theater, Augsburg
Gastspiel:
23. Oktober 2006
3. Gavranfestival
in Trnava, Slowakei