Hamlet1 Foto: Paul Meschuh

Helsingör-GbR

Hamlet

von William Shakespeare

Etwas ist faul im Staate...
Der König ist tot. Es lebe der König. Jedoch heißt dieser nicht Hamlet, sondern Claudius.
Was treibt Königin Gertrud an, den Bruder ihres verstorbenen Gatten zu ehelichen und somit dem Sohn den Königstitel zu verwehren?
Als Hamlet zudem erfährt, dass sein Vater durch die Hand jenes Onkels starb, ist die Welt aus den Fugen und er sinnt auf Rache.

Nach dem großen Erfolg von ‚Macbeth’ (2007) nun die zweite Shakespeare-Inszenierung im ‚theater ... und so fort’.

Eine Produktion der Helsingör-GbR.

Pressestimmen:
"Bislang galt Sophokles' König Ödipus als zentraler Referenztext, wenn es auf der Bühne um schwierige Mutter-Sohn-Beziehungen ging. Das 'theater ... und so fort' zeigt in seiner neuen Inszenierung, dass auch Shakespeares Hamlet als Kommentar zum innerfamiliären Mann-Frau-Verhältnis gelesen werden kann. Sarah Camp bringt Hamlets Mutter, die Königin Gertrud, mit so viel Sinn für exakte und dennoch zurückhaltende Komik auf die Bühne, dass sie zum Mittelpunkt jeder Szene wird. Ebenso elegant wie selbstironisch gibt sie die in die Jahre gekommene Femme fatale. Das wirft die Frage auf, wie Hamlet im Schatten dieser Übermutter zum Mann heranreifen konnte.

So ganz ist das ja auch nicht geglückt mit Hamlets Mannwerdung. Die Beziehung zum Vater ist so eng, dass dieser auch nach dem Tode noch zu ihm spricht. Des Vaters Bruder, der neue König, ist gleichzeitig des Vaters Mörder. Hamlet hadert. Hamlet zweifelt. Hamlet wütet. Heiko Dietz spielt den Prinzen Dänemarks ohne Pathos und mit natürlicher Nahbarkeit. Beinah möchte man es Dietz, der neben der Hauptrolle auch die Regie übernahm, als Bescheidenheit auslegen, dass er Hamlets zentrale Monologe auf ein paar Satzfragmente zusammenstreicht. Hamlet schätzt weniger das Wort denn die Wodkaflasche. Sein Widersacher, König Claudius, verlässt sich lieber gleich auf Kokain. Die gemäßigte Modernisierung bringt dem Abend eine erfrischende Leichtigkeit."
Süddeutsche Zeitung, Nadia Pantel

"Shakespeares Drama 'Hamlet' beschreibt einzigartig eine unabwendbare Spirale familiären Unglücks. Das Gastspiel des Münchner 'theaters ... und so fort' im Theater Belacqua erwies sich für das Publikum hingegen als wahrer Glücksfall. Denn Heiko Dietz' moderne Inszenierung der Rachetragödie bot fabelhafte Theaterkunst. (...) Dietz, der auch den Hamlet ausdrucksstark spielte, inszenierte die Tragödie um den Dänenprinzen in schnellen Bildabfolgen wirkungsvoll gestrafft. Konservativen Shakespeare-Fans mag der eine oder andere Monolog vielleicht ein wenig zu kurz geraten sein. Die Schlüsselszenen jedenfalls wurden stets klar herausgearbeitet. Bisweilen erinnerte der Aufmarsch der Darsteller an eine Familienaufstellung. Sarah Camp spielte Gertrude, Mascha Müller gab Ophelia. Johannes Haag glänzte in der Rolle des mörderischen Claudius. An Hamlets Seite stand Wolfgang Haas als Freund Horatio. Dieter Fernengel, Dorian Hannig, Thomas Koch, Ben Lange, Josef Pfitzer und Andreas Wunnenberg machten den Hofstaat komplett.
Die moderne Informationsgesellschaft jedenfalls hatte Helsingör erreicht. Statt berittener Boten bediente man sich des Handys. Die Palastwache verfolgte den Geist am Monitor und auch Hamlet bekam seinen Racheauftrag via Flachbildschirm übermittelt. So nahm die unheilvolle Handlung ihren Lauf. Alkohol und Drogen waren am Hof zu Helsingör geschätzte Begleiter. Hamlet kippte sich mit Wodka zu, Widersacher Claudius hingegen griff lieber gleich zum Kokain. So dramatisch die Handlung auch war, die moderne Inszenierung harmonierte mit Shakespeares Sprache und brachte eine erfrischende Leichtigkeit in das Geschehen. Es folgte das Unvermeidbare: Die innerfamiliären Konflikte wurden mit Pistolen und Game-Controllern ausgetragen anstatt mit Schwertern und Degen und kosteten alle direkt Beteiligten das Leben.
Das Drama präsentierte sich als schauerliche Geistergeschichte, Familiensaga und Krimi aus einem Guss. Es bestätigte einmal mehr die alte Regel, dass die finstersten Geschichten zumeist die allerbesten sind. So blieb es dann auch nach dem berühmten Schlusssatz "Der Rest ist Schweigen" nur ganz kurz still. Es folgte ein wahrlich verdienter Schlussapplaus."
Wasserburger Zeitung

"Die Geschichte, straff gekürzt, kommt klar rüber: Claudius hat seinen Bruder, den dänischen König, ermordert und dessen Witwe Gertrud geheiratet. Die nun im Macht- und Rachespiel zwischen Königssohn Hamlet und seinem Onkel Claudius erforderten ständigen Auf- und Abgänge laufen hier (...) erstaunlich reibungslos ab. (...)
... Talente sind auf jeden Fall (...) Dieter Fernengel als Laertes und Mascha Müller als zart-bittere Ophelia. Ohne Frage sorgt (...) Sarah Camp mit ihrer eigenwilligen Gertrud im letzten Macht- und Erotik-Frühling für skurril-komische Momente. Dietz hat nicht krampfhaft aktualisiert: Handy und Bildschirm, auf dem der Geist von Hamlets Vater geortet wird, sind unaufdringliche Zeichen von Jetzt-Zeit. (...)
Shakespeares Dänenprinz ist (...) die britische Dramen-Sphinx. Er ist Politiker. Er ist Moralist, Weltverächter, Nihilist. Oder auch im Sinne der deutschen Romantik, der melancholische Zweifler und Zauderer. Von daher könnte er auch ein zum Muttermord unfähiger Orest sein...
Lese-Muffel, die von 'Hamlet' nur das 'Sein oder Nichtsein'-Zitat kennen, könnte der Abend gefallen."
Münchner Merkur, Malve Gradinger

Und das sagen unsere Gäste (Quelle: twotickets.de):
"
Diese Schauspieler stehen den Großen in nichts nach. Die Inszenierung ist ebenfalls sehenswert!"
"Mein Mann und ich haben die Veranstaltung - Hamlet - sehr genossen. (...) die Inszenierung war erfrischend neu und modern. Die Schauspieler, insbesondere "Hamlet" haben eine verständliche und alternative Interpretation des Stücks sehr gut vermittelt. Well done!"
"Hamlet modernisiert, eine ganz interessante Idee, ein vergnüglicher Abend in dem gemütlichen kleinen Theater, immer wieder gern"
"Großes Theater auf kleiner Bühne. Gelungene Bearbeitung des Stückes und hervorragende Inszenierung."
"eines gleich vorweg: das einzige, was ich über shakespeare wusste, war, dass er gegen ende des stückes stirbt. und ich muss auch gestehen, dass ich nicht alle zusammenhänge - der sprache wegen - zu hundert prozent verstanden habe. dennoch fand ich die inszenierung wahnsinnig beeindruckend! allen voran die schauspielerische leistung von heiko dietz! und mascha müllers gesangliche darbietung war ohnehin mein persönliches highlight und hat - so glaube ich zu wissen - einem großteil der zuschauer gänsehaut verursacht! dem theater bleibt zu wünschen, dass sie weiterhin ihre passion in den vordergrund stellen und sich durch nichts und niemanden von ihrem weg abbringen lassen... vielen dank für diesen unvergesslichen abend!!!"
"angenehmes kleines Theater und sehr, sehr gute Schauspieler und gute moderne Inszenierung."
"Wie immer im theater ... und so fort eine wunderbare vorstellung. großartiger hamlet, begnadete ophelia."
"Spannende Inszenierung und ein glänzendes Hamlet-Ophelia-Paar."
"Hamlet - ein hartes Stück Arbeit für die Vortragenden. Meisterhaft gebracht. theater - und so fort immer wieder gut."
 "Das Stück ist richtig gut inszeniert und mit Humor an der richtigen Stelle umgesetzt. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert!"

Die Produktion ist abgespielt!

Sarah Camp, Mascha Müller, Christian Ammermüller, Heiko Dietz, Dieter Fernengel, Johannes Haag, Wolfgang Haas, Dorian Hannig, Thomas Koch, Ben Lange, Josef Pfitzer, Andreas Wunnenberg

Regie: Heiko Dietz
Dramaturgie: Carmen Panknin
Assistenz: Andreas Wunnenberg
Bühne: Mandy Hanke
Licht: Heinz Konrad
Kostüm: Seraphine Karczewski
Übersetzung: August Wilhelm Schlegel